Marder, Fuchs und Habicht: So schützen Sie Ihre Tiere im Außengehege
Verluste durch Raubtiere sind die häufigste Ursache für Ausfälle in der Freilandhaltung – und fast immer vermeidbar. Entscheidend ist zu verstehen, wie die jeweiligen Tiere vorgehen, denn jede Art nutzt einen anderen Angriffsweg.
Der Marder: kommt von oben und durch kleinste Lücken
Steinmarder sind außergewöhnlich geschickt. Sie klettern senkrechte Wände hoch, laufen über Äste und Dächer und zwängen sich durch Öffnungen ab etwa 5 cm Durchmesser.
Wirksame Maßnahmen
- Geschlossenes Dach: Ein offenes Gehege ohne Überdachung ist für Marder eine Einladung. Auch ein Gitterdach genügt, wenn die Maschenweite klein ist.
- Maschenweite unter 25 mm: Weitmaschiger Draht hält Marder nicht ab – sie greifen hindurch oder schlüpfen durch.
- Sichere Verschlüsse: Einfache Schieberiegel öffnen Marder nachweislich. Vorhängeschlösser, Karabiner oder Drehverschlüsse mit zwei Bewegungen sind deutlich sicherer.
- Abstand zu Kletterhilfen: Überhängende Äste, angelehnte Leitern oder ein Holzstapel neben dem Gehege sind Zugangswege.
Ein Hinweis, der oft überrascht: Marder töten häufig mehrere Tiere in einer Nacht, ohne sie zu fressen. Dieses Verhalten wird durch die Fluchtbewegungen der Beute ausgelöst – ein Grund mehr, den Zugang komplett zu verhindern statt auf Abschreckung zu setzen.
Der Fuchs: gräbt sich unter dem Zaun durch
Füchse klettern selten, graben dafür sehr ausdauernd. Der klassische Fehler ist ein solides Gehege, das einfach auf dem Rasen steht.
Untergrabschutz – zwei bewährte Varianten
- Eingegrabenes Gitter: Draht mindestens 30 bis 40 cm tief senkrecht in den Boden eingelassen.
- L-förmige Grabsperre: Gitter nach außen abgewinkelt und flach etwa 50 cm auf dem Boden ausgelegt, mit Erde oder Platten beschwert. Diese Variante ist weniger aufwendig und mindestens ebenso wirksam, weil Füchse direkt an der Zaunlinie zu graben beginnen.
Ein Fundament aus Betonplatten unter der gesamten Fläche ist die sicherste, aber auch aufwendigste Lösung – sinnvoll vor allem bei fest installierten Anlagen.
Greifvögel: Gefahr aus der Luft
Habicht und Sperber schlagen ihre Beute im freien Anflug. Betroffen sind vor allem Hühner, Küken und kleinere Ziervögel.
- Überspannung: Ein Netz oder Gitter über dem Auslauf nimmt den Anflugweg. Auch ein grobmaschiges Netz reicht, da Greifvögel keine Flächen ohne freien Anflug anfliegen.
- Deckungsstrukturen: Büsche, Unterstände oder ein einfaches Brett auf Stützen geben Fluchtmöglichkeiten und senken die Angriffsrate deutlich.
- Vorsicht bei Küken: Auch Rabenvögel und Elstern erbeuten Jungtiere – hier ist die Maschenweite besonders relevant.
Ratten: die unterschätzte Gefahr
Ratten töten selten ausgewachsene Tiere, fressen aber Eier, Küken und Futter – und übertragen Krankheiten. Wichtigste Gegenmaßnahme ist nicht das Gehege selbst, sondern die Futterhygiene: Futter nachts nicht offen stehen lassen, Reste entfernen, Vorräte in verschlossenen Metallbehältern lagern.
Prioritätenliste
Wer nicht alles auf einmal umsetzen kann, geht in dieser Reihenfolge vor:
- Untergrabschutz (Fuchs, Hund, Ratte)
- Geschlossenes Dach oder Überspannung (Marder, Greifvögel)
- Sichere, zweistufige Verschlüsse (Marder)
- Maschenweite prüfen und ggf. nachrüsten
- Futterhygiene (Ratten)
Fazit
Ein Gehege, das gegen Marder sicher ist, hält in aller Regel auch alle anderen Räuber ab – der Marder ist der anspruchsvollste Gegner. Wer beim Kauf auf geschlossenes Dach, engmaschiges Gitter und abschließbare Türen achtet, spart sich spätere Nachrüstungen.
Alle Modelle in unserem Sortiment verfügen über abschließbare Türen; bei jedem Produkt finden Sie in der Beschreibung Angaben zu Dach und Konstruktion.